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Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden 2000 - Teil 1
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Wir wollen in unserem Vorstellungsteil mit Ihnen und Euch eine Zeitreise durch die Geschichte des Christentum von seinen Anfängen bis zur Reformationszeit unternehmen, die unter der Überschrift stehen könnte: "Gute Zeiten - schlechte Zeiten"!

Kein Machthaber, kein Denker hat mehr bewegt in der Welt als ein galiläischer Wanderprediger namens Jesus, von dem wir kein gemaltes Bild aus seiner Zeit und keine von ihm geschriebene Zeile besitzen, von dem wir also noch nicht einmal wissen, wie er aussah.
Am Rand der antiken Zivilisation, unter Hirten und Fischern, beginnt eine Geschichte, die kein Ende haben wird.
Natürlich können wir nicht einen Abriss der gesamten Kirchengeschichte geben, aber wir wollen beispielhaft einige Epochen näher betrachten - und ihre Bedeutung für uns darstellen.
- Im Jahr 33 wird Jesus Christus gekreuzigt.
- In den Jahren 66 bis 70 wütet der jüdisch-römische Krieg in Palästina
- Im Jahr 113 bittet Statthalter Plinius in einem Brief an Kaiser Trajan um Anweisungen, ob und wie die Christen zu verfolgen seien
Zwischenruf: Halt, so geht das aber nicht!
Wie denn dann?
Zwischenruf: Auf jeden Fall sollt Ihr uns nicht mit Jahreszahlen erschlagen! Erzählt doch einfach, was in den vergangen 2000 Jahren Eurer Meinung nach für uns alle hier interessant war!
Von wegen 2000 Jahre - Christliche Gemeinde gab es frühestens nach Jesu Tod und Auferstehung, denn erst da verstanden die Jünger Jesu wirklich. Vorher hatten auch sie gedacht, mit seinem Tod am Kreuz sei alles vorbei. Ihre Hoffnung war am Ende. Und erst seit Ostern, eigentlich sogar erst seit Pfingsten können wir von christlichen Gemeinden sprechen.

Die ersten Jahrhunderte:

O.k., dann wollen wir eine kleine Zeitreise machen.
Zunächst in die ersten drei Jahrhunderte, in denen aus einer kleinen jüdischen Sekte die Staatskirche des römischen Reiches wurde.
Wir sind bei unseren Nachforschungen auf Zeichen und Symbole gestoßen, die uns ein wenig Aufschluss über diese Zeit geben.

FISCH: Also, das Zeichen, das wir zuallererst zu finden vermuteten, ist uns eigentlich nirgends begegnet: Ein Kreuz konnten wir nicht finden! Offensichtlich war dieses Zeichen zu bekannt und damit zu gefährlich - man hätte die Christen sofort daran erkannt - und darum wählten die ersten Christen eine Art Geheimzeichen, das uns heute noch auf vielen Autos begegnet: einen Fisch.
Zwischenruf: Warum ein Geheimzeichen?
In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung wurden die Christen verfolgt, weil sie sich weigerten, die römischen Götzen und Kaiser als Götter anzuerkennen und anzubeten. Sie hielten an dem Gott fest, der sich in Jesus Christus gezeigt hatte - an unserem Gott.

Eben, im Prüfungsteil, wurde deutlich, warum. Denn das 1. Gebot sagt: „Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir!" Und Jesus sagt: „Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften«
Zwischenruf: Aber warum gerade ein Fisch als Geheimzeichen?
Fisch heißt auf griechisch ICHTHÜS. Die Buchstaben dieses Wortes ICHTHÜS ergeben die Anfangsbuchstaben des folgenden Satzes: Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser.
So erkannten sich die Christen untereinander.
Daneben gab es noch andere Geheimzeichen: das Lamm als Bild für Jesus Christus, der für die Menschen am Kreuz starb oder das Bild der Friedenstaube.
Gemeinschaft untereinander war in dieser ersten Zeit ganz wichtig, weil die Christen verfolgt und verlacht wurden. Man machte sie außerdem, weil sie nicht den römischen Göttern opferten, verantwortlich für verlorene Schlachten, Missernten, Krankheiten und andere Katastrophen im römischen Reich.
So sagte man zum Beispiel „Dank der Christen dauert die Dürre an!" Die Christen werden als umherschleichende Brut bezeichnet, die das Tageslicht scheut. Sie hatten es bitter nötig, einander Mut zuzusprechen und miteinander Gottesdienste zu feiern, in denen sie sich ihres gemeinsamen Glaubens vergewisserten.

LÖWE / THEATER:
Die Christen wurden in den ersten Jahrhunderten verfolgt, wie es eben schon angedeutet wurde. Auf unserer Zeitreise konnten wir eine Gerichtsverhandlung miterleben, die über diese Zeit ein wenig aufklärt. Aber seht selbst.

Richter: Du bist angeklagt, unsere römischen Götter nicht angebetet und ihnen nicht geopfert zu haben. Warum weigerst du dich, das zu tun?
Christ: Ich glaube an Jesus Christus und bete alleine den einzig wahren Gott an.
Richter: Kennst Du nicht den Erlass des Kaisers? Gerichtsdiener!
Gerichtsdiener (mit Rolle): Der Kaiser an alle Befehlshaber der Städte und an alle Richter: Alle Bewohner des römischen Reiches haben die römischen Götter anzubeten und ihnen Opfer zu bringen. Alleine unsere Götter und der göttliche Kaiser garantieren uns Reichtum, Sicherheit in unserem Land und Erfolge im Kriegsfall. Nun ist uns zu Ohren gekommen, dass allenthalben gewisse Menschen, die sich Christen nennen, unser Gesetz verachten und unsere Götter nicht anbeten. Ergreift sie und bestraft sie, wenn sie unseren Göttern und unserem Kaiser nicht opfern und sie nicht anbeten wollen - bestraft sie mit heftigsten Qualen - oder mit dem Tod. Richter: Danke! Doch nun wieder zu Dir: Ich gebe Dir die Möglichkeit, diese Angelegenheit, aufgrund deren Du verhaftet und mir vorgeführt wurdest, aus deiner Perspektive zu erzählen und mir zu erklären, warum Du nicht opferst!
Christ: Ich ging an einer Statue einer römischen Göttin achtlos vorbei und betete sie nicht an, noch opferte ich auf ihrem Altar, obwohl ich dazu aufgefordert wurde. Deswegen wurde ich verhaftet. Trotzdem bleibe ich bei Meinung und Überzeugung: Ich werde niemals ein Götzenbild anbeten, noch einem fremden Götzen opfern.
Richter: Nach dem Gesetz darf ich dir eine Bedenkzeit von zwei Tagen einräumen. Wir sehen uns dann wieder. Abführen!
ZR: Zwei Tage später erlebte ich dann die folgende Szene:
Richter: Bist du nun zur Vernunft gekommen. Bist Du endlich bereit, unseren römischen Göttern zu opfern?
Christ: Ich diene und bete nur den allmächtigen Gott an, der mich und alles erschaffen hat! Richter: Ist das dein letztes Wort? Christ:
Ja! Richter: Dann habe ich keine andere Wahl: Dem Gesetz nach lautet das Urteil: Tod in der Arena durch wilde Tiere!

ZR: Warum nur haben die Menschen damals geglaubt, tote Götzen könnten ihre Gebete erhören und ihnen helfen? Was für mich aber am erstaunlichsten ist: All diese Hinrichtungen, das Sterben der Christen in den Arenen, trug zur Verbreitung des christlichen Glaubens bei. Der öffentliche Tod der Anhänger Jesu führt den Menschen der damaligen Zeit vor Augen, was sie in ihrer Welt sonst nicht finden: Sinnerfüllung, Erlösungszuversicht, feste Überzeugung, Aufrichtigkeit, Gewaltlosigkeit, Festhalten am Glauben auch angesichts des Todes.
Auf jeden ermordeten Christen kamen viele neue Gemeindeglieder. Das Blut der Märtyrer - so sagt es ein Wort aus der frühen Christenheit - wird zum Samen der Christenheit - und die Verfolgung schweißt die christliche Gemeinde zusammen.
Ihre Gemeinschaft und ihr Zusammenhalt sind stärker als in jeder anderen Religionsvereinigung jener Zeit.