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Am 29. Januar 2007 wurde unser
Verein zur Förderung des geistlichen Lebens in der Evangelischen Kirchengemeinde Liebenscheid e.V. gegründet.
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Die Kirchengemeinde Liebenscheid

Mitten in einer Landschaft von Wiesen, Sträuchern und kleinen Baumgruppen, auf der Hochebene zwischen Stegskopf und Fuchskaute, auf rheinland-pfälzischem Boden, liegt Liebenscheid, unmittelbar dort, wo die Grenzen der drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz zusammenstoßen.
Liebenscheid kam durch Erbteilung 1341 an die Herren von Nassau-Beilstein, die die dortige Burg errichteten. Diese war bis 1617 bewohnt, aber existierte schon 1645 nur noch als Ruine. Auf die Burg bezieht sich auch die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes. Schon 1360 wird der Ort durch Kaiser Karl IV. mit Stadtrechten ausgestattet. Noch heute sind Mauerreste und Kellergewölbe der Burganlagen erhalten - doch trotz der Stadrechte blieb der ummauerte Ort unbedeutend, da es wohl nicht gelang, genügend Händler hierher zu "locken".

1589 zählte das Dorf 17 Häuser - heute sind es doch einige mehr geworden. Bis vor 20 Jahren wurden in Liebenscheid noch große Viehherden auf die Weiden getrieben, aber das gehört der Vergangenheit an. Die Kirchengemeinde Liebenscheid setzt sich zusammen aus den beiden Ortschaften Liebenscheid und Weißenberg.
Beide Dörfer sind ge
wachsene Dörfer.

In Liebenscheid prägt die mitten im Dorf stehende Kirche das Ortsbild, Weißenberg weiß neben einem sehr schönen Dorfbild mit dem schönen Dorfgemeinschaftshaus, der "Alten Schule" aufzuwarten.
Um 1350 tritt der Ort Weißenberg erstmals schriftlich in Erscheinung als "Wissenberge".
Das kleine Dorf war immer eng an die Nachbargemeinde Liebenscheid gebunden und wurde schließlich 1969 auch dorthin eingemeindet. Weißenberg zählte 1566 neun Häuser, 1650 "fünf Männer, fünf Weiber und acht Kinder".
Als Besonderheit der Gemarkung gilt das Naturdenkmal Ketzerstein, eine eigentüiche Basaltformation, die zu zahlreichen Spekulationen Anlaß gibt.
Graf Heinrich III. ließ im Jahr 1452 in Liebenscheid eine Kapelle bauen, so dass auch die Kirche auf eine mehr als 500-jährige Geschichte zurückblicken kann.
Um das Jahr 1560 wird wahrscheinlich die lutherische Lehre unter Pfarrer Arnold Hermann Eingang in die Gemeinde gefunden haben.
Wir wissen von einer Visitation aus dem Jahr 1563. Der diese durchführende Superintendent berichtet, dass die Gemeinde damals allerlei Anlass zu Klagen gab: Die Leute kamen "unfleißig zur Kirche, sie schätzten in der Kirche und verließen den Gottesdienst vor Beendigung desselben und schlugen dann auf dem Kirchplatz Krach. Zudem entrichteten die Bauern ihre Abgaben zu spät und weigerten sich (zu Recht), dem Pfarrer die Feldarbeit zu tun.

      

Um 1755 wurde die baufällige Kapelle in Liebenscheid abgerissen. An ihrer Stelle entstand die heutige Kirche, die 1766 feierlich eingeweiht wurde. Im Jahr 1836 erhielt die Kirche einen neuen Turm, den bis heute das Kreuz mit dem Engel schmückt.
Um 1875 hat sich die Gemeinde gespalten. Es bildete sich eine freikirchliche Gemeinde, zu der heute auf Allianzebene Kontakte bestehen.

Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte unserer Kirchengemeinde war die Förderung des Missionsgedankens durch Pfarrer Hofmann (1901-1908), der auch heute noch in den jährlichen Missionsfesten und durch große Spendenfreudigkeit für die Missionsarbeit zum Ausdruck kommt.
In diese Zeit fällt auch die Gründung des Posaunenchores, der gemeinsam mit dem Kirchenchor und dem Jugendchor einen kaum wegzudenkenden Bestandteil unseres Gemeindelebens ausmacht.

Im März 1909 kam es unter Pfarrer Hause zu einer Erweckung in der Gemeinde und zur Gründung einer kirchlichen Gemeinschaft.
Diese Prägung hat die Gemeinde bis heute bewahrt, und so ist es erfreulich, dass die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde, kirchlicher Gemeinschaft und CVJM in der Kirchengemeinde Liebenscheid als "fruchtbar" zu bezeichnen ist.
Das äußert sich in einer Vielzahl ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen, auf die unseres Kirchengemeinde schon traditionell "bauen" kann.

Gesellschaftlicher Höhepunkt des Jahres ist in Liebenscheid das jährlich statt-findende Schlittenhunderennen.
Hier kommen "Musher" (Schlittenhundegespannführer) aus mehreren europäischen Ländern nach Liebenscheid - und messen ihre bzw. die Kräfte ihrer Hunde.
Das Rennen, das traditionell am ersten Wochenende im Februar stattfindet, auf dem die Frauen der Kirchengemeinde Kuchen für einen wohltätigen Zweck verkaufen, kann stellvertretend für die gute Zusammenarbeit der Kirchen-gemeinde mit den ortsansässigen Vereinen genannt werden, die sich aber auch auf dem Gemeindefest der Kirchengemeinde in der Mitarbeit der ortsansässigen Vereine äußert.

Eine Besonderheit zum Schluß:
Unsere Kirche hat traditionell zwei separate Eingänge; einen für die Weißenberger, einen für die Liebenscheider.
Während man heute zwar auch noch Wert auf diese beiden Eingänge legt, die alten Traditionen aber auch durchaus einmal durchbrochen werden, soll es früher ("Augenzeugen berichten") vorgekommen sein, dass, weil man die Weißenberger Kirchentür aufgrund der herrschenden Kälte und der schlechten Heizung durch einen Kohleofen geschlossen hatte, ein Gottesdienstbesucher aus Weißenberg wieder den Heimweg antrat (zu Fuß!), weil "seine" Kirchentür geschlossen war.
Dem wird heute so Rechnung getragen, dass an einigen Sonntagen im Jahr der Gottesdienst im Weißenberger Dorfgemeinschaftshaus gefeiert wird.
Für unsere Gemeindearbeit bleibt zu wünschen, dass sie weiterhin unter dem Motto stehen wird, das auf dem Grundstein des Liebenscheider Gemeindezentrums eingemeißelt ist:
                                                   
Herr ist Jesus Christus!