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Am 29. Januar 2007 wurde unser
Verein zur Förderung des geistlichen Lebens in der Evangelischen Kirchengemeinde Liebenscheid e.V. gegründet.
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Die Kanzel in der Liebenscheider Kirche

"2.Kor 5,19-21:"
Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt."

Wenn Kinder, die bisher kaum eine Kirche von innen gesehen hatten, eine Kirche besichtigen, hört man manches Mal die Frage:
"Was ist denn das für ein komischer Kasten?"
Gemeint ist die Kanzel.
Sie ist in der Tat ein merkwürdiges Gebilde in der Kirche, das sich in dieser herausragenden Stellung und so geschmückt, sonst in keinem anderen Versammlungsraum findet.

An dieser hervorgehobenen Stellung der Kanzel zeigen sich Erfolge, aber auch Schwierigkeiten, die die Kirche hat, besonders deutlich.
Manch einer mag am Gottesdienst die Musik, die Liturgie, die Lieder - wenn da nur nicht die Predigt wäre!
Ich erinnere mich selbst, wie schwierig das für mich als Kind und Konfirmand war: während der Predigt aufmerksam zu bleiben - und das geht nicht nur Kindern so! In alten Kirchenordnungen gibt es deshalb oft eine Bestimmung, dass man den Nachbarn anstoßen soll, wenn er eingeschlafen ist.
Aber vielleicht hat auch der Kirchenschlaf einen guten Sinn: dass man während der Predigt ausruht, ausruht in der Gegenwart Gottes - in der Gewissheit: Gott spricht zu mir, sorgt für mich, auch wo ich es nicht verstehe - Gott wacht über mich, auch wo ich nicht immer wach sein kann!
Andererseits ist für viele Menschen die Predigt die Hautsache, um deretwillen man zum Gottesdienst geht.
Das hat seinen Grund im Evangelium selbst.
Ein wichtiger Punkt im Wirken Jesu waren seine Worte.
Von ihm heißt es in Matthäus 7,29: "Er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten."
Er selbst sagt einmal in Markus 1,38: "Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Städte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen."
Und nach seinem Tod am Kreuz, als Auferstandener, beauftragt er seine Jünger: "Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur!"
Nach Paulus gilt (Römer 10,17): "So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi."
So ist zu allen Zeiten die Predigt eine Grundlage des Christentums gewesen,
besonders in der Reformation, die anstelle des Messeopfers die Predigt des
Evangeliums in die Mitte des Gottesdienstes rückte!
Damals mussten in viele Kirchen Emporen eingebaut werden, damit mehr
Sitzplätze vorhanden waren - und dennoch waren die Kirchen oft überfüllt, obwohl täglich gepredigt wurde. Wenn wir die Kanzel betrachten, kann sie uns an all das erinnern!

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