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Von dem Oberpriester Jonathan, dem Führer der Makkabäer, wird Massada mit einer Garnison erbaut. Von Herodes d. Gr., der 42 v. Chr. hierher geflüchtet war, wird Massada beinahe uneinnehmbar gemacht. Der Bergkopf umfasst ein 8 ha großes Plateau, etwa 400 m über dem Toten Meer. Nach der Zerstörung Jerusalems durch Titus (70 n. Chr.) wird der Berg von den Zeloten erobert und erst nach drei Jahren von den Römern über eine gewaltige Erdrampe zurückerobert, nachdem die Bewohner kollektiven Selbstmord begangen hatten (5 Kinder und 2 Frauen überlebten, während 960 starben). Der letzte jüdische Widerstand wurde drei Jahre später von den Römern auf dem Tafelberg Massada (hebr. für Festung) am Westufer des Toten Meeres gebrochen. Die Verteidiger zogen ihren Freitod der Übergabe vor. Bis heute ist dieser Kampf ein geschichtliches Schlüsselerlebnis für den jüdischen Selbstbehauptungswillen geblieben. Auch ein letzter Versuch unter Führung von Bar-Kochba (hebr. Sternensohn) gegen die römische Herrschaft zwischen 132 und 135 scheiterte. Josephus berichtet über den Untergang Massadas, bekannt ist die Rede von Eleazar vor den Gefährten und Freunden auf der Festung: Meine großherzigen Freunde, da wir schon vor langer Zeit beschlossen haben, niemals Sklaven der Römer zu werden oder uns irgend jemandem außer Gott zu unterwerfen, müssen wir diesen Entschluss nun in die Tat umsetzen. ... Ich bin der Ansicht, dass die Römer mit uns erbarmungslos umgehen werden. Wir waren doch die ersten, die gegen sie revoltierten, und sind nun auch die letzten, die noch gegen sie kämpfen. Ich kann es nicht anders denn als besondere Gnade Gottes ansehen, ruhmreich und in Freiheit das Leben beschließen zu dürfen. ... Es ist offensichtlich, dass wir morgen in der Hand des Feindes sein werden. Aber noch steht es uns frei, zusammen mit unseren liebsten Freunden ruhmvoll zu sterben. ... Wäre Gott weniger unzufrieden mit uns gewesen, so hätte er nicht mit Gleichmut den Untergang so vieler gesehen oder seine heilige Stadt dem Feuer und der Zerstörung durch unsere Feinde ausgeliefert. ... Diese Feste, die unüberwindbar schien, kann uns nicht retten. Zwar haben wir noch Überfluss an Lebensmitteln, große Mengen Waffen und andere notwendige Dinge, aber Gott selbst beraubte uns der Hoffnung. ... Die Strafe für unsere Sünden sollen aber nicht die Römer uns auferlegen, sondern Gott, indem wir selbst Hand an uns legen: denn diese Strafe wird milder sein als die unserer Feinde. Lieber sollen unsere Frauen sterben, als dass sie geschändet werden, und unsere Kinder, ehe sie die Knechtschaft gekostet haben. Und dann, wenn wir sie getötet haben, wollen wir uns gegenseitig den gleichen ehrenvollen Liebesdienst erweisen. Nur so können wir uns die Freiheit, das schönste Denkmal für uns erhalten. Doch zuvor wollen wir unser Geld vernichten und die Festung anzünden; denn ich bin sicher, dass es den Römern missfallen wird, wenn sie weder unserer Leiber noch unseres Besitzes habhaft werden können. Nur unsere Vorräte mögen unberührt bleiben, denn diese werden nach unserem Tod Zeugnis dafür ablegen, dass wir nicht aus Mangel unterlegen sind, sondern aus freiem Entschluss den Tod der Sklaverei vorgezogen haben. ... Lasst uns mit unseren Frauen und Kindern als freie Menschen aus der Welt scheiden. Das verlangt unser Gesetz von uns, das erbitten auch unsere Frauen und Kinder von uns. Gott selbst hat uns auferlegt. Die Römer dagegen brennen nur darauf, dass keiner von uns sterbe und wir alle in ihre Hände fallen möchten. Wir wollen uns beeilen und unseren Feinde die Freude verderben, uns in ihre Gewalt zu bekommen. Wir wollen ihnen ein Beispiel geben, das sie zwingt, über unseren Tod zu staunen und unseren Entschluss zu bewundern. Die letzten Juden auf Massada befolgten den Aufruf Eleazars, durch Los wurde bestimmt, wer die anderen töten sollte. Eine alte Frau aber und eine Verwandte des Eleazar, die alle anderen Frauen an Wissen und Gelehrsamkeit überragte, verbargen sich zusammen mit fünf Kindern in einem unterirdischen Gemach. Sie hatten sich mit Wasser versorgt und versteckten sich, als die anderen sich zum Tode entschlossen. Die Zahl der anderen aber betrug 960, Frauen und Kinder eingerechnet. Diese Unheil trug sich am fünfzehnten Tag des Monats Nisan zu. Die Römer rechneten immer noch damit, dass es am Morgen zu einer Schlacht kommen werde. Sie überbrückten den Zwischenraum zwischen der Rampe und der Mauer mit Leitern und gingen zum Angriff über. Sie trafen jedoch keinen Feind, vielmehr herrschte überall eine beklemmende Stille, nur das Wüten des Feuers war zu hören. Zunächst konnten sie sich nicht erklären, was geschehen war. Sie erhoben ihr Kampfgeschrei wie wilde Widder, um jemanden aus der Festung zu locken. Die Frauen hörten es und traten aus ihrem Verlies. Sie erzählten den Römern, was geschehen war und wie sich alles zugetragen hatte. ... Die Römer aber konnten das Geschehene nicht fassen und beachteten die Frau daher kaum. Sie bemühten sich, das Feuer einzudämmen und arbeiteten sich schnell zum Palast durch. Sie fanden schließlich die vielen Toten, aber obgleich es ihre Feinde gewesen waren, kam kein Gefühl des Triumphes auf. Sie konnten nicht anders, als die Entschlusskraft und kalte Todesverachtung bewundern, die diese Menschen bei ihrer Tat gezeigt hatten. Massada hat heute für die israelitische Armee Symbolwert: Jährlich leisten hier junge Offiziere den Eid: "Massada wird kein zweites Mal fallen". |
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