Haifa
Haifa,
das Tor Israels, die europäischste und mit ca. 246.000 Einwohnern
drittgrößte Stadt Israels, zieht sich von der Meeresküste
die Hänge des Karmel hinauf. Sie besitzt den größten
Hafen Israels und eine beachtliche Industrie.
Der Name wird erst im Talmud (3. Jh. n. Chr.) erwähnt, später
im 11. Jh. als Stadt, in der Schiffe gebaut werden. Im Altertum bestanden
im heutigen Stadtgebiet zwei Siedlungen: Shiqmona und Zalmona. Shiqmona
hatte seit dem 11. Jh. v. Chr. den schmalen Durchgang zwischen Kap Karmel
und dem Meer zu bewachen. Zalmona, an der Mündung des Qishon auf
dem Tell Abu Hawam gelegen, war im 14. Jh. v. Chr. vermutlich der Hafen
der mächtigen Kanaaniterstadt Megiddo.
Die
Römer verlegten Hafen und Siedlung an die windgeschützte Westseite
der Bucht. Der Name Haifa stammt möglicherweise von "Hof Yafe"
= schöne Küste. Im 4. Jh. waren Shiqmona und Haifa bereits
miteinander verschmolzen. Im 7. Jh. brannten die Araber die blühende
Glasbläser- und Fischerstadt nieder. Im 11. Jh. hört man von
Haifa als Hafenstadt mit Schiffbauindustrie. 1084 bestand hier eine
berühmte Talmudschule.
Als die Kreuzfahrer 1099 nach Jerusalem zogen, blieb Haifa zunächst
unbehelligt. Ihre Einwohner waren hauptsächlich Juden, die Garnison
bestand aus Ägyptern. Erst im Juli 1100 erstürmten die Christen
unter Dagobert und Tankred nach kurzer, heftiger Belagerung, die Stadt:
Alle Juden und Moslems, denen die Flucht nicht gelang, wurden umgebracht.
Bis zur Eroberung Akkos im Jahre 1104 war Haifa nach Jaffa der wichtigste
Hafen des Königreiches Jerusalem.
1155: Mönch Berlhold gründet hier den Karmeliterorden
1187: Die Stadt fällt an Saladin
1191: Die Kreuzfahrer marschieren unter Richard Löwenherz kampflos
ein, nachdem Saladin die Mauern der Stadt schleifen lassen.
1252: Ludwig der Heilige erneuert die Befestigungen. Allerdings bestand
zu dieser Zeit das Königreich nur noch aus einem schmalen Küstenstreifen
zwischen Jaffa und Akko. Von 1100-1265 war Haifa unter der Herrschaft
der Kreuzfahrer mit vorübergehend 1187-92 muslimischer Besetzung.
1265: Nach der Eroberung durch die Mamelucken in Person von Baibars
Haifa (nachträglich freigelassene Kaufsklaven, die bis 1516/17
von Kairo aus die Herrschaft über Palästina ausübten)
bedeutungslos, nachdem auch Akko, der letzte große Stützpunkt
der Christen gefallen war. Baibars vernichtete alles, was in Küstennähe
an die Kreuzfahrer erinnerte, um ihnen die Rückkehr unmöglich
zu machen. Er holzte alle Obstplantagen ab, brannte alle Dörfer
nieder, zerstörte die Bewässerungskanäle, riss die Klöster
auf dem Karmel ab und ermordete die Mönche. Die Karmeliter entkamen
rechtzeitig nach Europa.
Haifa war nur noch ein unbedeutender Fischerort, zu dessen heiligen
Stätten, der Höhle des Elia und dem Grab des Elisa Juden und
Moslems pilgerten. Im 17. Jh. nahm die Stadt wieder einen Aufschwung
(Weizenexport), der rege Handel zog viele Juden an.
1775 kehrten die Karmeliter zurück und erhielten die Genehmigung,
über der Grotte des Elia eine Kirche und ein Kloster zu errichten,
1799 pflegten sie Napoleons Verwundete. Nach dem Abzug Bonapartes ließ
Jezzar das Kloster zerstören, aber schon 1827 errichteten die Karmeliter
neue Gebäude.
Mit dem Aufkommen der Dampfschiffahrt wuchs Haifas Bedeutung als Hafenstadt.
1869 gründete die deutsche Tempelgesellschaft, eine religiöse
Reformbewegung, hier eine eigene Ansiedlung.
1898 kam Kaiser Wilhelm II. nach Haifa um von hier aus eine Rundreise
durch das Heilige Land zu unternehmen.
Gegen Ende des 19. Jh. wird Haifa immer stärker das Ziel von Einwanderern.
1929-33 wird der Hafen groß ausgebaut und 1934 zum Ölhafen
(Pipeline zum Irak) erweitert. 1904 wurde die Eisenbahnlinie Haifa-Damaskus
eröffnet, was einen gewaltigen Aufschwung zur Folge hatte. 1912:
Gründung des Technikon, einer technischen Hochschule. 1918 rücken
englische Truppen in Haifa ein. 1931: 50.000 Einwohner, darunter 20.000
Moslems, 16.000 Juden und 14.000 Christen. 1933: Moderner Überseehafen
1934: Anschluss an eine irakische Öl-Pipeline
1948: Bei Staatsgründung wohnten hier schon über 100.000 Juden
und es kamen immer neue Einwanderer dazu. Die alten Stadtviertel wurden
abgerissen und eine neue Stadt mit Gärten und breiten Boulevards
entstand. Für die jüdischen Heimkehrer wird Haifa zum beliebten
Einwanderungshafen. Da aber das britische Weißbuch ab 1939 die
jüdische Einwanderungszahl auf jährlich 75.000 beschränkt,
mit totalem Stopp nach 5 Jahren, werden viele Einwanderer von den brit.
Mandatstruppen wieder ins Meer zurückgetrieben (nach Zypern) oder
interniert.
H. hat drei Stadtgebiete: Die Altstadt (Hafen, Industriegegend), das
Handelszentrum (halbe Hanghöhe) und das moderne Wohnviertel (Karmelhöhe).
Besonders bekannt ist der Bahaitempel, das Zentrum dieser Religion.
Heute ist Haifa trotz seiner vielen Industrieanlagen die sauberste und
grünste Stadt Israels.
Sehenswertes:
- Kikar Paris:
Hier beginnt die 1,8 km lange Carmelit Subway, eine unterirdische Standseilbahn,
die zum 280m hohen Gan Haém führt.
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Panoramastraße Yefe Nof:
bietet großartige Blicke auf Stadt, Hafen und Meer
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Bahai-Schrein:
das Wahrzeichen Haifas: Inmitten eines herrlichen persischen Gartens
erhebt sich das strahlendweiße, von einer vergoldeten Kuppel gekrönte
Mausoleum des Mirza Ali Mohammed el-Bab, des Märtyrer-Herolds der
Bahai - Religion. Er wurde 1850 im Alter von 31 Jahren in Täbris,
Persien, wegen seiner religiösen Lehren hingerichtet. Sein Leichnam
kam 1909 nach Haifa. Daneben gibt es einen wunderschönen Garten.
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Dagon-Silo:
Es ist das größte Silo Haifas, 69 m hoch, orientalisch gestaltet
und faßt 100.000 Tonnen Getreide - eines der größten
Silos der Welt.
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Leuchtturm Stella Maris (Stern des Meeres) am Hang des Kap Karmel
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Daneben: Karmeliterklosteranlage:
entstanden zwischen 1827 und 1867. Das Kloster ist den Propheten Elia
und Elisa geweiht. Elia soll in der Grotte unter dem Chor gelebt haben.
Vor der Klosterkirche erinnert eine Steinpyramide an die französischen
Soldaten, die 1799 während Napoleons Feldzug hier ihr Leben ließen.
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Am Fuß des Kap Karmel befindet sich die Elia - Höhle, auch
Schule des Propheten genannt, weil der Prophet hier im 9. Jh. seine
Schüler unterrichtet haben soll.
