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Berg Tabor

Der Berg Tabor, 588 m hoch, erhebt sich aus der Jesreel-Ebene.
Er wird im Alten Testament mehrfach erwähnt und gilt als der Berg der Verklärung Jesu.

Im 2. Jt. v. Chr. gab es auf dem Tabor ein Heiligtum der Kanaanäer, einen Hohen Platz wie auf anderen Bergen, z.B. auf dem Karmel und dem Hermon. Sie verehrten hier den nach dem Berg benannten Baal, dessen Kult wohl noch im 2. Jtsd. v. Chr. im Zuge von Handelsbeziehungen nach Rhodos kam, wo der Gott als Zeus Atabyrios auf dem 1215 m hohen Berg Atabyrion verehrt wurde.

Atabyrion war auch der griechische Name für den Tabor.

In der Zeit der Richter (12. Jh. v. Chr.) versammelten die Prophetin Deborah und der Feldherr Barak ihre Truppen auf dem Berg, um von hier aus den Kanaanäer Sisera, den Feldherrn des Königs von Hazor, „mit allen seinen Wagen und dem ganzen Heer“ zu vernichten (Richter 4,12-16).

Die Bedeutung des Berges für die Geschichte des Christentums beginnt mit dem 4. Jh. Von dieser Zeit an lokalisierte man hier die Verklärung Jesu (Mt 17; Mk 9; Lk 9): Jesus ging mit seinen Jüngern Petrus, Johannes und Jakobus auf einen hohen Berg. „Da wurde er vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie Licht. Und es erschienen ihnen Mose und Elia!“ Jesus erschien den Jüngern also in seiner göttlichen Gestalt als der Christus und Gottes lieber, geliebter Sohn.

Dieser Gedanke wurde neben der Auferstehung zu einem zentralen Thema ostkirchlicher Theologie und Ikonographie. Die Lichterscheinung des Verklärten hat auch die Mystik des ostkirchlichen Mönchstums bestimmt, jene noch heute auf dem Berg Athos anzutreffende Strömung, die durch Askese des „unerschaffenen Lichtes vom Berg Tabor“ teilhaftig zu werden hofft.


Die ersten Kirchen auf dem Tabor sind bereits vor 422 anzusetzen.

Seit 553 war der Tabor Sitz eines Bischofs. Aus dieser Zeit stammt auch das große Verklärungsmosaik der Katharinenkirche auf dem Sinai.

Die Kreuzfahrer haben den Berg erneut ausgebaut - als Wallfahrtsort und als Festung. Diese Anlage konnte sich 1191 gegen Saladin behaupten, wurde aber 1263 durch Baibars zerstört.

Der Drusenemir Fakhr ed-Din übergab den Berggipfel 1631 den Franziskanern, deren Niederlassung bis heute besteht.

Im Jahre 1911 errichteten die Griechisch-Orthodoxen im ihnen gehörenden Nordteil des Gipfelplateaus eine Eliaskirche.

1921-1923 baute Antonio Barluzzi die große Kirche des katholischen Franziskanerkonvents.

Zur Taborkirche gelangt man, indem man durch einen ummauerten Klosterhof geht, vorbei an den Resten einer älteren Kirche und dem Konventsgarten mit einem Denkmal zur Erinnerung an den Besuch Papst Pauls VI. 1964.

Aus hellem Kalkstein aufgeführt, greift sie auf den Kirchenbau zurück, wie er im 4. - 6. Jh. entwickelt wurde. Diese Architektur beschränkte sich nicht auf die Ausgestaltung des Innenraumes, sondern verlieh erstmals auch dem Außenbau monumentales Gepräge. In dieser syrischen Tradition steht die Fassade mit ihren zwei vorspringenden Türmen, zwischen denen ein giebelbekrönter Bogen in den Portalraum führt, und mit der volutenförmigen Umrahmung der Fenster.

Im Inneren trennen weitgespannte Bögen das Mittel- von den Seitenschiffen. Kleine Säulen im Obergaden tragen den offenen Dachstuhl. Die Taborkirche umfasst drei Grotten, mit einem kleinen Altar, man nennt sie Tabernakel, und sie sollen die drei Hütten vorstellen, die Petrus begehrte zu bauen, eine für seinen Herrn, die anderen beiden für Mose und Elia“.

Die Christusgrotte befindet sich im Ostteil der Kirche. Einige Stufen führen auf tieferes Niveau hinunter zu einem von Mauern einer Kreuzfahrerkirche eingefassten, von modernen Tonnengewölben überspannten Altarraum.

Das Apsisgewölbe in der oberen Zone der Kirche enthält ein Goldgrundmosaik, das die Verklärung Jesu darstellt. Zwei weitere Kapellen sind in die beiden Fassadentürme einbezogen. Rechts, im Süden, die Eliaskapelle, links, im Norden, die Moseskapelle, deren Mosaikboden Kreuze aufweist, woraus hervorgeht, dass er zu einer vor 422 erbauten Kapelle gehörte, denn in diesem Jahr untersagte Kaiser Theodosius II. die Verwendung des Kreuzessymbols in Fußböden, damit das Kreuz nicht mit Füßen getreten werde.

Im Süden und Norden der Kirche stehen Mauern alter Gebäude aufrecht. Von ihrer Höhe überblickt man große Teile des elliptischen Gipfelplateaus mit seinen Resten alter Bebauung zwischen üppigen Gartenanlagen.

Vor allem aber hat man eine weite Aussicht auf die Berge von Nazareth im Westen, die Jesreelebene und die südlich aufsteigenden Berge von Samaria, den Jordangraben und die östlich gelegenen Berge, sowie auf das galiläische Land mit den ‘Hörnern von Hittim’ im Norden!

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