| A.
Beschreibung der Kirchengemeinde Liebenscheid
1.
Situation der Gemeinde
1.
1. Bürgerliche Gemeinde
Liebenscheid,
ursprünglich ein Bauerndorf, hat sich zum Pendlerdorf entwickelt,
d.h. ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung ist in Klein-
und Mittelbetrieben in der Region Haiger - Herborn - Siegen tätig.
Die Gesamtgemeinde Liebenscheid setzt sich aus den Ortsteilen Liebenscheid,
Weißenberg und Löhnfeld zusammen und hat etwa 850 Einwohner, von
denen ungefähr 520 zur Ev. Kirchengemeinde gehören, die Bewohner
Löhnfelds gehören, sofern Sie Mitglieder der Ev. Kirche sind, zur
Ev. Kirchengemeinde Neukirch.
Im Dorf gibt es eine Freie Ev. Gemeinde, und Mitglieder zweier verschiedener
darbistisch geprägter Gemeinden und wenige Katholiken.
In
Liebenscheid selbst gibt es eine metallverarbeitende Firma, eine Stoffverwertungsfirma
und einen Lebensmittelladen.
Zudem existiert ein Aussiedler-Bauernhof.
Eine Gastwirtschaft bereichert' das Dorfleben.
Unser
Dorf besteht größtenteils aus 1- und 2-Familienhäusern und
hat sich in den letzten Jahren durch zwei Neubaugebiet ausgedehnt.
Im
Dorf gibt es einen Spielplatz, eine Mehrzweckhalle, das Haus der Freien Ev.
Gemeinde und ein bürgerliches Gemeindehaus.
Der
Kindergarten und die Grundschule sind per Bus in Nister-Möhrendorf zu
erreichen, weiterführende Schulen existieren in Rennerod (Haupt- und
Realschule), Bad Marienberg (Schule für lernschwache SchülerInnen),
in Westerburg und Neunkirchen/Siegerland (Gymnasien).
Die
Busverbindungen aus und nach Liebenscheid sind schlecht.
Vereinswesen:
Liebenscheid und Weißenberg: Freiwillige Feuerwehr
Liebenscheid: Hütten- und Heimat- Verein
Sportverein
Zu den Vereinen besteht seitens der Kirchengemeinde ein gutes Verhältnis,
was sich beim Organisieren und Ausrichten des Liebenscheider Weihnachtsmarktes,
dem Schlittenhunderennen oder anderen dörflichen Veranstaltungen zeigt.
1. 2. Kirchengemeinde
Die
Kirchengemeinde Liebenscheid bildet zusammen mit der Kirchengemeinde Rabenscheid
eine Pfarrei.
Die Verwaltung wird über das Rentamt in Hachenburg abgewickelt.
Was
die Beziehungen zum Dekanat angeht, zeigt sich ähnlich der Kirchengemeinde
Rabenscheid, dass Liebenscheid am Rande des Dekanats liegt und viele Veranstaltungen,
die vom Dekanat Bad Marienberg angeboten werden, relativ weit entfernt stattfinden
und so von unseren Gemeindegliedern - abgesehen von Veranstaltungen in Rennerod
- äußerst selten besucht werden.
In
den letzten Jahren gab es kaum Kirchenaustritte.
Die
Wahlbeteiligung bei Kirchenwahlen lag bei durchschnittlich 35 %.
Vor den Kirchenvorstandswahlen fanden Gemeindeversammlungen statt, zudem an
Pfingsten 1989 zwecks Abstimmung über die Form der Liturgie des Gottesdienstes.
2.
Organe der Kirchengemeinde
Der
Kirchenvorstand trifft sich etwa 8 - 10 Mal pro Jahr zu Sitzungen.
Dem Kirchenvorstand gehören an:
Pfr. Eckhard Schmitt, Kirchenvorstandsvorsitzender
Edmund Jung
Kurt Kaiser
Günter Hick
Eberhard Menk
Stefan Wehr
Lothar Hick
Sibille Kaiser
Simone Schneider
Ausschüsse
werden bei Bedarf gebildet, ansonsten werden anfallende Probleme und Aufgaben
gemeinsam besprochen und in Angriff genommen.
Es
besteht ein guter Kontakt des Kirchenvorstands und des Pfarrers zu den MitarbeiterInnen
der Gemeinde.
Folgende
Personen arbeiten nebenamtlich in unserer Gemeinde:
Küsterin: Cornelia Reeh
Organist: Albert Wehr
Hausmeisterin: Edmund Jung
Chorleiter: Albert Wehr
3.
Kirchliches Leben
3.1
Gottesdienst
Unser
Gottesdienst findet gewöhnlich Sonntags um 9.30 Uhr in der Ev. Kirche
in Liebenscheid statt.
Am 4. Advent, 2. Weihnachtsfeiertag, Ostermontag und Pfingstmontag feiern
wir unseren Gottesdienst im Weißenberger Dorfgemeinschaftshaus.
Bei besonderen Gottesdiensten, oder wenn im Gottesdienst eine Taufe oder im
Anschluss an den Gottesdienst Abendmahl gefeiert wird, kann diese Zeit auch
abgeändert werden (Gottesdienste mit anschließendem Abendmahl oder
mit Taufe beginnen meist um 9.15 Uhr, besondere Gottesdienste um 10.00 Uhr
oder abends um 18.00 Uhr, der Osternachtsgottesdienst, der abwechselnd in
Liebenscheid oder Rabenscheid gefeiert wird beginnt um 5.30 Uhr).
Die Liturgie unseres Gottesdienstes ist im Anhang einzusehen.
Gemeindeglieder
beteiligen sich an der Liturgie, der Eingangspsalm wird meist im Wechsel miteinander
gesprochen.
Seit
einem Jahr bemühen wir uns im monatlichen Wechsel einen Familiengottesdienst
und einen Besonderen Gottesdienst" anzubieten.
Familiengottesdienste werden von den verschiedenen Gruppen unserer Kirchengemeinde
gestaltet, insbesondere durch die beiden Jungscharen und den Kindergottesdienst,
die Besonderen Gottesdienste" werden von Gemeindegliedern aus beiden
Gemeinden gemeinsam vorbereitet und unterscheiden sich durch Liturgie, Thematik,
Lieder, anderer Predigtstil und besondere Dekoration vom normalen"
Gottesdienst.
3.2
Posaunenchor
Der
Liebenscheider Posaunenchor kann nun schon fast auf eine hundertjährige
Tradition
zurückblicken. In den Wirren der Kriegsjahre kamen die Aktivitäten
des Chores
teilweise zum Erliegen.
Bei der ersten Gelegenheit nach Kriegsende trafen sich ca. 12 Bläser,
um das gemeinsame Musizieren wieder aufzunehmen. Der Chor wurde auf seinem
Weg von verschiedenen Dirigenten geleitet. Der letzte Chorleiterwechsel fand
im Jahre 1973 statt, als Emil Müller aus Liebenscheid das Dirigat an
Albert Wehr aus Weißenberg übergab, der dem Chor bis heute jeden
Sonntag um 10:30 Uhr bei der all wöchentlichen Probe gegenübersteht.
Seine Bläserausbildung hat der Chor seither selbst übernommen und
somit seit Jahren auch die Frauen vom Blechblasen überzeugt. Nach den
diesjährigen Sommerferien ist ein gemeinschaftliches Ausbildungsprojekt
mit den umliegenden Chören geplant, um die sich derzeit auf ca. 25 Bläserinnen
und Bläser belaufende Mitgliederzahl zu erhöhen.
Der Posaunenchor gestaltet die meisten Festgottesdienste in der eigenen Gemeinde
mit.
Er kommt zusammen um den Über-achtzig-jährigen ein Ständchen
darzubringen und folgt außerdem der einen oder anderen Einladung zu
auswärtigen Gottesdiensten, Evangelisationen, Zeltmissionen, Posaunenfesten,
Kirchentagen, etc.
Wir hoffen, dass wir auch weiterhin unsere Instrumente zur Ehre Gott erheben
können.
3.3
Kindergottesdienst
Unsere
Mitarbeiter/innen stellen sich vor:
Eckhard Schmitt, Gabriele Menk, Damaris Menk, Michaela Henrich, Cornelia Reeh,
Marina Henning und Ute Jung.
Unser
Kindergottesdienst findet am Sonntag um 13 Uhr in der Kirche statt.
Meist kommen etwa 30 Kinder, bei besonderen Anlässen (z.B. Weihnachtsspiel)
bis zu 55 Kinder im
Alter von 3 13 Jahren.
Wir
Mitarbeiter treffen uns jeden Mittwoch Nachmittag zur Kindergottesdienstvorbereitung.
Hier lesen wir gemeinsam den jeweils ausgesuchten Bibeltext und besprechen
diesen.
Ablauf
des Kindergottesdienstes:
-
Lieder
- Eingangsgebet
- Schriftlesung
- Lernspruch abhören ( Kinder bekommen jeden Sonntag einen Lernvers,
als Belohnung fürs Lernen gibt`s am nächsten Sonntag ein Sammelbildchen.)
- Geburtstagslieder, -gratulation
- Erzählen der biblischen Geschichte.
Hierfür teilen wir die Kinder altersentsprechend in 4 Gruppen ein, die
sich dann im Kirchenraum
verteilen.
- Schlussgebet und Segenslied
Um
unseren Kindergottesdienst für die Kinder lebendig und ansprechend zu
gestalten, machen wir auch öfter lustige Spiele, ein Bibelquiz, Essen
und Trinken gemeinsam oder sehen uns einen Film an.
In
regelmäßigen Abständen besuchen wir Altenheime in unserer
Umgebung, um den älteren Menschen mit unseren Liedern, Geschichten und
kleinen Bastelarbeiten eine Freude zu machen.
Hierbei werden wir von einigen Eltern begleitet, die uns durch ihren Fahrdienst
unterstützen.
Wir
freuen uns, dass wir mit so vielen Kindern unseren Gottesdienst feiern können
und ihnen so Gottes Wort und seine Liebe zu uns allen nahe bringen können.
3.4
Gemeinschafts- und Gebetsstunde
Die Gemeinschaft Liebenscheid wurde vor ca. 100 Jahren gegründet.
Sie verstand sich immer als Gemeinschaft innerhalb der Landeskirche.
Seit 1996 wird sie betreut vom Herborner Gemeinschaftsverband.
Prediger ist zur Zeit Klaus-Dieter Grumbach aus Westerburg.
Im
Wechsel sind alle 14 Tage Bibel- und Bibel- und Gebetsstunde.
Sie werden entweder vom Prediger oder einem ehrenamtlichen Prediger des Herborner
Gemeinschaftsverbandes gehalten.
Zusätzlich findet an jedem 3. und 5. Sonntag im Monat noch eine Gebetsstunde
statt, die hauptsächlich von Gemeindegliedern und auch vom Pfarrer gestaltet
wird.
Einmal
im Jahr wird das Jahresfest gefeiert. Es findet in der Kirche statt. Hierzu
wird (meist) ein auswärtiger Prediger oder Pfarrer eingeladen, ebenso
ein Chor.
Zur
Zeit besuchen ca. 16 Personen unsere Bibel- und Gebetsstunden.
Davon sind 3 Personen zwischen 30 und 40, 3 Personen zwischen 40 und 60, 10
Personen 61 Jahre und älter.
3.5
Jungenjungschar
Montags
um 17.30 Uhr treffen sich zwischen 10 und 20 Jungs aus Liebenscheid zur Jungenjungschar.
Drei Mitarbeiter, Axel Grahn, Roger Kaiser und Eckhard Schmitt, die die Jungschar
im Wechsel (wenn möglich zu zweit) gestalten, bemühen sich, mit
den Jungs gemeinsam ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten, das sich
aus Andacht oder Bibelarbeit, Spielen, Quiz, Basteln, Malen, Fußballspielen,
Dorfspielen, ... zusammensetzt.
Jungs ab dem 1. Schuljahr sind zur Jungschar eingeladen, mit der Teilnahme
am Vorkon-firmandenunterricht verabschieden sich die meisten dann aus der
Jungschar.
Höhepunkte
im Jahreskreis sind die Teilnahme am Jungschartag des CVJM Dillkreis und unseres
Dekanates (wenn mitarbeitermäßig" möglich) und
Wochenendfreizeiten (wenn möglich eine im Jahr).
3.6
Jugendstunde
Jugendliche
unseres Dorfes treffen sich Montag abends um 19.30 Uhr im Ev. Gemeindezentrum
zur Jugendstunde. Eingeladen sind alle über 14 Jahre bzw. nach ihrer
Konfirmation.
Zu
Beginn der Abende haben die Jugendlichen die Möglichkeit Tischfußball,
Billard, Dart zu spielen oder einfach nur in der Sitzecke die aktuellsten
Neuigkeiten auszutauschen.
Auf das anschließende gemeinsame Singen folgt eine kurze Andacht, bevor
das eigentliche Programm" des Abends beginnt.
Themenabende und Bibelarbeiten wechseln sich mit Spiel- Koch- und Filmabenden
ab.
Während der Themenabende werden zu den Themen, die meist von den Jugendlichen
vorgeschlagen wurden, Informationen gegeben und anschließend darüber
diskutiert (Themen im letzten Halben Jahr waren zum Beispiel: Schöpfung
und Drogen).
Spieleabende im Winter gestalten sich meist als Quizabende oder Brett- spielabende,
im Sommer stehen aber auch Dorf- und Geländespiele auf dem Programm.
Besonderen Anklang bei den Jugendlichen finden die Aktionsabende",
nämlich Schwimmengehen, Schlittschuhfahren, Kinobesuch u.ä..
Drei bis vier Abende werden von den jungen Leuten selbst organisiert, die
Planung der restlichen Abende übernehmen die Mitarbeiter Volkmar Reis,
Christoph Kaiser und Susanne Feile, die sich ca. zweimal monatlich zur Vorbereitung
der Abende treffen.
Highlights
sind außerdem die Freizeiten und Tagesfahrten der Jugendstunde. Im letzten
Jahr fand eine dreitägige Fahrt nach Dreifelden statt, und eigentlich
sollte auch dieses Jahr eine Freizeit in ähnlicher Form stattfinden,
aber da viele der jungen Leute im Sommer eine Ausbildung beginnen, konnte
kein Termin gefunden werden, so dass das Vorhaben auf nächstes Jahr verschoben
wurde.
Nicht betroffen von diesen Terminproblemen sind die Tagesfahrten zu Sehenswürdigkeiten
oder in Freizeitparks (letztes Jahr z.B. Besuch der Burg Eltz, Freizeitpark
Fort Fun").
3.7 Vorkonfirmanden
siehe
unter 3.14, Konfirmandenstunde
3.8
Kirchenchor
Im
Oktober 1967 traf man sich zum ersten Mal unter der Leitung von Pfarrer Schulze
um gemeinsam zu singen. Im Laufe der nächsten Monate kamen immer mehr
Interessierte dazu und der Kirchenchor war geboren. Seinen ersten öffentlichen
Auftritt hatte der Kirchenchor anlässlich des 450- jährigen Jubiläums
der Reformation in einem Abendgottesdienst.
Im Jahre 1971 im September verließ Pfarrer Schulze seine Pfarrstelle
in Liebenscheid und so übernahm der sich bereits im Ruhestand befindende
Pfarrer Jakob aus Holzhausen den Kirchenchor. Im Laufe der Jahre erhöhte
der Chor seine Mitgliederzahl auf ca. 26 Sängerinnen und Sänger.
Pfarrer Jakob begleitete den Chor insgesamt neun Jahre lang, um den Taktstock
dann an Albert Wehr aus Weißenberg zu übergeben.
Unter seiner Leitung treffen sich bis heute jeden Dienstag um 20:00 Uhr ca.
35 Mitglieder.
Der Chor kommt innerhalb der Gemeinde an allen Feiertagen, Festlichkeiten,
Ständchen und Beerdigungen zum Einsatz. Des weiteren kommt er oft und
gerne Einladungen von außerhalb, z.B. zu Evangelisationen, Konferenzen,
etc., nach.
Wir hoffen, auch weiterhin mit unserem Gesang zum Lob Gottes beitragen zu
können.
3.9
Fussball
Dienstag
abends treffen sich Jugendliche und Erwachsene zum gemeinsamen Fußballspielen
in der Mehrzweckhalle Liebenscheid. Hier wird aus Spass an der Freude"
Fußball gespielt.
An der jährlich in Liebenscheid stattfindenden Dorfmeisterschaft nehmen
wir als Kirchengemeinde und als CVJM mit großem Erfolg teil (bisher
gewann die Kirchengemeinde 4 der 5 ausgerichteten Turniere).
3.10
Frauenfrühstück
Unser
Frauenfrühstücks-Team" stellt sich vor:
Gabriele Menk, Marion Hermann, Ulrike Schmitt, Steffi Grahn, Sibille Kaiser
und Ute Jung.
Seit
etwa 10 Jahren findet unser Frauenfrühstück jeweils am 1. Mittwoch
eines Monats um 9 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Liebenscheid, statt.
Hier treffen sich etwa 15-30 Frauen, die selbstverständlich auch ihre
Kinder mitbringen können.
Im
Vorfeld kümmert sich das Team" um Vorbereitungen wie Themenplanung,
Einladung von Referenten, Andachten, Einkaufen, Tische decken, Dekorieren...
Wir
beginnen unser Frühstück mit einer Andacht und einem Gebet. Anschließend
lassen wir es uns gemeinsam schmecken, wobei natürlich auch ausreichend
Zeit für gute Gespräche bleibt.
Wir machen auch öfter schöne Spiele, basteln, üben meditative
Tänze ein oder schauen uns einen Film an.
Aus
unserer Gruppe entstanden auch gemeinsame Aktivitäten wie ein Kurs Erste-Hilfe
bei Kindern" vom Roten Kreuz.
Gelegentlich laden wir auch Referenten ein, die uns gute Tipps über Kindererziehung,
Drogenprävention, Gesundheitsfragen... geben.
Während solcher Vorträge werden die Kinder von Mitarbeiterinnen
des Teams" betreut.
Um
auch berufstätigen Frauen dieses Beisammensein zu ermöglichen, verlegen
wir in regelmäßigen Abständen unser Frühstück"
auf die Abendstunden.
Wir freuen uns, dass so viele Frauen dieses Angebot unserer Gemeinde nutzen
und auf diese Weise Gemeinschaft erleben können.
3.11
Krabbelgruppe
Wir
treffen uns einmal im Monat im Ev. Gemeindezentrum und laden Muttis oder auch
Papis mit ihren Kindern von 0 bis 3 Jahren ein.
Die Gemeinschaft an diesem Morgen und Gespräche über alle möglichen
Themen bleiben dann nicht aus.
Nachdem die Kinder sich auf einem Spielteppich schon einmal eingespielt"
haben, beginnen wir mit unserem Eingangslied. Jeder von unseren kleinen Gästen
weiß nun, dass es losgeht und das Programm beginnt.
Programm ist entweder ein auf die jeweilige Jahreszeit bezogenes Thema, z.B.
Pinguin, Ostern, Igel, Obst, Laternen oder Weihnachten", aber auch
allgemeine Themen wie z.B. Clowns, Raupe Ursula, Eisenbahn, Mäuse
und Katzen" oder Ähnliches.
Ausgefüllt wird die Zeit mit Fingerspielen und Liedern.
Großes Gefallen finden Kreis- und Bewegungsspiele, wie unser Renner"
1 - 2 - 3 im Sauseschritt", der nur selten fehlen darf.
Als kleine Erinnerung an den Vormittag wird eine Bastelarbeit zum Thema vorbereitet,
die die Muttis oder Papis zu Hause fertigstellen können.
Das Thema nimmt nicht mehr als 15 Minuten in Anspruch.
Danach bleibt genügend Zeit für gemeinsames Spielen.
Den Abschluss gestalten wir nach ca. 75 Minuten mit gemeinsamem Aufräumen,
kreisspiel und Abschiedslied.
Unser
ganzes Tun und Handeln hat natürlich auch ein Motto:
Freunde sind wie ein Geschenk - und wir wissen, dass der Vater in dem
Himmel an uns denkt!"
Besonderheiten
sind z.B. im Sommer eine Zugfahrt nach Haiger mit einstündigem Aufenthalt
auf dem Marktplatz mit seinen Wipp-Tierchen, Hubschrauber und Eiskauf,
oder auch ein Sommerfest mit Spieleparcours und gemeinsamem Kaffeetrinken.
Da haben wir natürlich auch die älteren Geschwisterkinder eingeladen.
So entstehen Höhepunkte, an die man sich gerne erinnert.
Kommen unsere Kleinen dann in den Kindergarten, werden sie aus der Krabbelgruppe
mit einem kleinen Orden und Geschenk verabschiedet.
Das kommt sowohl bei den Kindern, als auch bei den Muttis sehr gut an.
3.12
Mädchenjungschar
Unsere
Mädchenjungschar stellt sich vor:
Die
Mitarbeiterinnen: Simone Schneider, Tatjana Schneider, Steffi Grahn, Silvia
Henrich und Judith Wehr.
Wir
treffen uns jeden Mittwoch um 17.30 Uhr mit ca. 20 Mädchen im Alter von
6 13 Jahren in unserem Gemeindehaus.
Zu Beginn singen wir mit den Kindern und nach einem Gebet gibt es dann z.
B. eine Bibelarbeit"", d.h. wir erzählen Geschichten
aus der Bibel und besprechen mit den Kindern, was wir heute aus dieser Geschichte
für uns lernen können. Um dies altersgerecht zu gestalten, teilen
wir auch schon mal in 2 Gruppen ein.
Wir haben aber auch regelmäßig Spieleabende, dann lesen wir zu
Beginn eine kurze Geschichte oder Andacht und haben dann themenbezogene Spiele
vorbereitet.
1 2 mal pro Jahr basteln wir mit den Kindern, meistens vor den
großen Feiertagen wie Ostern oder Weihnachten.
Seit 7 Jahren bieten wir jedes Jahr ein Jungschar-Wochenende in Niederdieten
an. Dort ist ein Haus des CVJM, was wir für uns alleine zur Verfügung
haben und wo wir uns auch selbst verpflegen können. In der Regel nehmen
auch alle Mädchen an dieser Freizeit, die von Freitagabend bis Sonntagnachmittag
dauert, teil.
Dort haben wir die Möglichkeit, ausgiebiger mit den Kindern zu basteln,
wir haben mehr Zeit zum Singen und zum Gemeinsamen Spielen .
Einmal im Jahr übernehmen wir auch die Gestaltung eines Gottesdienstes
mit verschiedenen Liedern und Anspielen.
Die Jungscharstunden werden von den Mitarbeiterinnen einzeln oder auch in
Teamarbeit vorbereitet. Dafür wird 2 mal im Jahr ein Plan ausgearbeitet,
wo das Programm, d.h. wer welche Stunde mit welchem Thema übernimmt,
festgelegt wird.
3.13
Frauenstunde
Mittwochs
um 14.30 Uhr findet im Dorfgemeinschaftshaus Weißenberg Frauenstunde
statt.
Wir treffen uns dort in der Zeit von Oktober bis Mai wöchentlich.
Das Programm, zumeist gestaltet von Pfarrer Schmitt, gestaltet sich aus folgenden
Elementen:
Andacht, gemeinsames Singen, Themen, Kaffee trinken, Quiz, Diskussionen, Film
(selten), ...
Einmal im Jahr unternehmen wir gemeinsam mit der Frauenstunde aus Rabenscheid
einen Halbtagesausflug sowie einen Ganztagesausflug.
In der Passionszeit finden für vier Wochen anstelle der Frauenstunden
Passionsandachten in der Kirche statt, zu denen die ganze Gemeinde eingeladen
ist.
3.14
Konfirmandenstunde
Vor-
und Konfirmandenunterricht findet in unserer Kirchengemeinde über ca.
1,5 Jahre statt.
Der Vorkonfirmandenunterricht (45 Minuten Unterrichtsdauer) beginnt nach den
Sommerferien im (normalerweise) 7. Schuljahr, der Übergang in den Konfirmandenunterricht
(45 - 60 Minuten Unterrichtsdauer) erfolgt nach der Konfirmation des vorhergehenden
Jahrganges am Sonntag Palmarum (normalerweise im 8. Schuljahr).
Zur Konfirmandenzeit gehört eine dreitägige Konfirmandenfreizeit,
in der in erster Linie der Vorstellungsgottesdienst vorbereitet wird, allerdings
auch andere gemeinsame Aktivitäten nicht zu kurz kommen.
Der
Unterricht findet für die beiden Kirchengemeinden gemeinsam statt. Der
Ort des Unterrichts richtet sich nach der Anzahl der Konfirmanden/innen.
Inhaltliche
Schwerpunkte sind unsere Gemeinde(n), die Bibel, Jesus, das Gebet, die Sakramente,
das Kirchenjahr, die 10 Gebote und andere Bibeltexte, das Glaubensbekenntnis.
Wir arbeiten nicht anhand eines vorgegebenen Buches, sondern mit verschiedenen,
teilweise vom Pfarrer selbst erstellten Materialien.
Spiele und gemeinsame Ausflüge (Teilnahme an überörtlichen
Veranstaltungen wie Windows to heaven", Highlights"
oder dem Jugendkirchentag in Gießen) runden die gemeinsame Zeit ab.
Nachdem
das Thema Abendmahl" im Vor- bzw. Konfirmandenunterricht besprochen
ist, dürfen die Vor- bzw. Konfirmanden am Abendmahl unserer Gemeinde
teilnehmen.
3.15
Bibelgesprächskreis
vgl.
bei Rabenscheid unter 3.11
3.16
CVJM
Zu
den einzelnen Gruppen, die unsere Kirchengemeinde beleben und mitgestalten,
gehört auch der CVJM.
Seid mehr als 90 Jahren besteht der CVJM in unserem Ort.
Zur Zeit hat er 41 Mitglieder. Davon sind ungefähr die Hälfte aktiv,
die andere Hälfte sind fördernde Mitglieder.
Da unsere Gemeinde an der Grenze zum Dillkreis liegt, sind wir schon immer
dem Kreisverband Dillkreis angeschlossen und darüber hinaus im Westbund.
Das, was vom CVJM aus in der Jugend- und Gemeindearbeit geschieht, wird mit
der Kirchengemeinde zusammen getan.
Erstens sehen wir es für sinnvoll an, nicht auf zwei Gleisen zu fahren
und zum anderen fehlen dafür auch in unserer kleinen Gemeinde die Mitarbeiter/innen.
Der Posaunenchor hat zur Zeit 18 Bläser.
Die Leitung hat Albert Wehr.
Unseren
Auftrag sehen wir darin, bei besonderen Anlässen und Festtagen im Gottesdienst
zu blasen.
Darüber hinaus bei Jubiläen und Geburtstagen der älteren Bürger/innen
der Gemeinde.
Die wöchentliche Chorprobe halten wir sonntags vormittags im Anschluss
an den Gottesdienst zwischen 10.30 Uhr und 11.30 Uhr.
An den vom CVJM-Kreisverband jährlich angebotenen Grundkursen für
junge Mitarbeiter/innen nehmen von unserem CVJM fast regelmäßig
einige Jugendliche teil, um sich zurüsten zu lassen für die Arbeit
an und mit der Jugend.
Dankbar sind wir für jeden Mitarbeiter/in.
Es ist auch in unserer Gemeinde nicht einfach, junge Menschen für die
kontinuierliche Mitarbeit zu gewinnen.
3.17
Freizeiten
Freizeiten
werden generell für die beiden Kirchengemeinden Liebenscheid und Rabenscheid
angeboten.
3.17.a Gemeindefreizeiten
Wir
bemühen uns alle 3-4 Jahre eine Gemeindefreizeit für junge und ältere
Gemeindeglieder durchzuführen. Daran nehmen durchschnittlich zwischen
35 und 50 Gemeindeglieder teil.
Diese Freizeiten dauern zwischen 8 und 10 Tagen.
Bisherige Ziele waren Südtirol, Österreich und der Schwarzwald.
3.17.b Jugendfreizeiten
Jugendfreizeiten
werden regelmäßig angeboten (ca. alle zwei Jahre).
Sie dauern zwischen 5 und 12 Tagen und werden z.T. gemeinsam mit der Ev. Kirchengemeinde
Neukirch durchgeführt. Dabei werden die verschiedensten Ziele bereist:
Fahrradfreizeit Liebenscheid - Amsterdam mit anschließender einwöchiger
Bootsfahrt durch Holland, Wanderfreizeit in Österreich (bei Mittersil),
Fahrradfreizeit entlang der Weser an die Nordsee mit anschließendem
Aufenthalt dort, Fahrradfreizeit in der Nähe von Osnabrück, Freizeit
in Südfrankreich (Gorges du Tarn), 5 - tägiger Besuch der EXPO in
Hannover, Besuch des Jugendkirchentages un Gießen, ...
3.17.c Jungscharfreizeiten
Die
Mädchenjungschar Liebenscheid veranstaltet jährlich eine Wochenendfreizeit,
die Jungenjungschar Liebenscheid gemeinsam mit der Jungschar Rabenscheid versucht
dies ebenso.
3.17.d Studienreisen
1996
haben wir eine Studienreise nach Israel (10 Tage) unternommen,
1999 eine Studienreise nach Israel und Jordanien (12 Tage) und
2002 eine Studienreise nach Griechenland (Auf den Spuren des Paulus").
Teilgenommen
haben aus unseren beiden Kirchengemeinden und umliegenden Gemeinden zwischen
24 und 42 Personen.
3.17.e Eltern-Kinder-Fahrradfreizeiten
Erstmals
2001 haben wir eine 3-tägige Fahrradfreizeit für Eltern und Kinder
angeboten, an der 25 Kinder und Erwachsene teilnahmen (Fahrradtour Laasphe
- Marburg - Wetzlar - Haiger, Übernachtungen in Jugendherbergen).
In diesem Jahr wird eine zweite Tour durchgeführt (Rabenscheid - Weilburg
- Limburg - Koblenz), an der 32 TeilnehmerInnen teilnehmen.
3.17.f Tagesfahrten
Traditionell
werden im Laufe eines Jahres mindestens eine Tages- und eine Halbtagesfahrt
angeboten. Hieran nehmen vorwiegend die Teilnehmerinnen unserer Frauenkreise
teil, aber auch andere Gemeindeglieder sind herzlich eingeladen.
3.18
Seniorenarbeit
Im
Laufe eines Jahres finden im Schnitt zwei Seniorennachmittage statt, deren
Anzahl aber gesteigert werden soll.
Es wird versucht, SeniorInnen ab dem 70. Geburtstag zu besuchen.
Viele SeniorInnen nehmen an den Gottesdiensten unserer Gemeinde, an der Frauenstunde
und dem Bibelgesprächskreis teil.
3.19
Öffentlichkeitsarbeit
3.19.a Gemeindebrief
Zweimonatig
wird ein 40seitiger (Din A5) Gemeindebrief herausgegeben, der von einem kleinen
Redaktionsteam gestaltet wird, an dem sich aber alle Gemeindeglieder durch
Beiträge beteiligen können.
3.19.b Schaukästen
In
Liebenscheid existieren zwei Schaukästen (an der Kirche, beim Pfarrhaus)
und in Weißenberg eine Plakatwand', die für Ankündigungen
und Einladungen verwendet werden.
3.19.c. Internet
Die
beiden Kirchengemeinden werden im Internet unter der Adresse www.KircheLiebenscheid.de"
präsentiert.
3.19.d. Sonstiges
Bei
dringenden Anlässen, besonderen Veranstaltungen oder kurzfristigen Terminänderungen
werden Informationszettel in jedes Haus getragen.
Besondere Veranstaltungen werden bei Bedarf in der heimischen Presse angekündigt.
4.
Rahmenbedingungen für die Gemeindearbeit
Für
unsere Gemeindearbeit stehen uns die Kirche und ein Gemeindezentrum zur Verfügung.
Daneben wird das Dorfgemeinschaftshaus in Weißenberg für Gottesdienste
und Frauenstunde benutzt.
Die Liebenscheider Mehrzweckhalle kann von der Kirchengemeinde für sportliche
Angebote (Fußball, Jujutsu-Kurs, ...), das Gemeindefest oder größere
Veranstaltungen (z.B. im Rahmen von windows to heaven") in Anspruch
genommen werden.
5.
Andere christliche Gemeinden, Gruppen
In
Liebenscheid existiert eine kleine freievangelische Gemeinde mit eigenem Gemeindehaus.
Gemeinsam feiern wir jährlich die Allianzgebetswoche (3 Tage im Haus
der Freien Ev. Gemeinde, 3 Tage in unserem Ev. Gemeindezentrum).
Daneben gehören in Liebenscheid einige Familie zu den Darbisten'.
Man trifft sich im Dorfgemeinschaftshaus bzw. in der Mehrzweckhalle.
6. Themen, die anstehen bzw. diskutiert werden
-
Abendmahl im Anschluss an den Gottesdienst oder integriert
- Umbau der Küche im Gemeindezentrum
- Öffnung des Gemeindezentrums für Jugendliche
- Wie erreichen wir Kirchenferne"
- Was wollen wir als Kirchengemeinde
(Lit.: Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation; Hrsg.:
Ev. Kirche in Berlin- Brandenburg;
Leitsätze; Hrsg.: Ev. Landeskirche in Baden)
7.
Anhänge
-
Zur Geschichte der Liebenscheider Kirchengemeinde und ihrer Kirche
B.
Beschreibung der Kirchengemeinde Rabenscheid
1.
Situation der Gemeinde
a.
Bürgerliche Gemeinde
Rabenscheid,
ursprünglich ein Bauerndorf, hat sich zum Pendlerdorf entwickelt, d.h.
ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung ist in Klein- und Mittelbetrieben
in der Region Breitscheid - Haiger - Herborn tätig.
Rabenscheid hat etwa 450 Einwohner von denen ungefähr 350 zur Ev. Kirchengemeinde
gehören.
Im Dorf leben etwa 50 Katholiken und 50 Personen ohne irgendeine Gemeindegliedschaft
bzw. mit Zugehörigkeit zu außerhalb Rabenscheids angesiedelten
freien Gemeinden.
Im
Dorf selbst gibt es ein Auto-Haus (mit Werkstatt), eine Landmaschinenwerkstatt,
einen Elektronik-Zulieferbetrieb, eine Computerfirma, einen Lebensmittelladen
und eine Tankstelle.
Zudem finden sich zwei Aussiedler-Bauernhöfe, wobei der eine Betrieb
mindestens 80 % der Rabenscheider Äcker und Grünflächen bearbeitet.
Eine Gastwirtschaft bereichert' das Dorfleben.
Unser
Dorf besteht zu etwa 80 % aus 1- und 2-Familienhäusern und hat sich in
den letzten Jahren in Richtung Süden durch ein Neubaugebiet erweitert.
Im Dorf gibt es einen kommunalen Kindergarten, einen Spielplatz und ein bürgerliches
Gemeindehaus.
Es existieren zwei Wohnkomplexe, die der Gemeinde Breitscheid gehören
und sozial schwächeren Personen zu günstigen Konditionen als Wohnraum
zur Verfügung gestellt werden.
Eine
Grund- , Haupt und Realschule gibt es in Breitscheid, SchülerInnen, die
das Gymnasium besuchen, müssen nach Herborn fahren.
Vereinswesen:
Vogelschutzverein
Freiwillige Feuerwehr
Sportverein
Landfrauen
VdK
Zu
den Vereinen, insbesondere zu den Landfrauen, besteht ein gutes Verhältnis.
b.
Kirchengemeinde
Die
Kirchengemeinde Rabenscheid bildet zusammen mit der Kirchengemeinde Liebenscheid
eine Pfarrei.
Seit 1962 ist Rabenscheid eine eigenständige Kirchengemeinde. Vorher
stellte Rabenscheid einen Filialort der Kirchengemeinde Breitscheid dar und
gehörte zum Dekanat Herborn.
Die Verwaltung wird weiterhin über das Rentamt in Herborn abgewickelt.
Was
die Beziehungen zum Dekanat angeht, zeigt sich deutlich, dass Rabenscheid
am Rande des Dekanates liegt und viele Veranstaltungen, die vom Dekanat Bad
Marienberg angeboten werden, relativ weit entfernt stattfinden und so von
unseren Gemeindegliedern äußerst selten besucht werden.
In
den letzten Jahren gab es kaum Kirchenaustritte.
Die
Wahlbeteiligung bei Kirchenwahlen lag bei durchschnittlich 40 %.
Vor den Kirchenvorstandswahlen fanden Gemeindeversammlungen statt, zudem an
Pfingsten 1989 zwecks Abstimmung über die Form der Liturgie des Gottesdienstes.
2. Organe der Kirchengemeinde
Der
Kirchenvorstand trifft sich unregelmäßig - bei Bedarf - zu Sitzungen.
Dem Kirchenvorstand gehören an:
Norbert Henrich, Kirchenvorstandsvorsitzender
Klaus Gimbel
Klaus Fischbach
Hartmut Weyel
Kerstin Gimbel - Morr
Renate Haas
Ausschüsse
werden bei Bedarf gebildet, ansonsten werden anfallende Probleme und Aufgaben
gemeinsam besprochen und in Angriff genommen.
Oft werden anstehende Maßnahmen und Probleme im Anschluss an den Gottesdienst
besprochen und diskutiert.
Es
besteht ein guter Kontakt des Kirchenvorstands und des Pfarrers zu den MitarbeiterInnen
der Gemeinde.
Folgende
Personen arbeiten nebenamtlich in unserer Gemeinde:
Küsterin: Silke Eckhardt
Organist: Manfred Hick
Hausmeisterin: Bettina Petrowski
ChorleiterIn: wird gesucht
3.
Kirchliches Leben
3.1
Gottesdienst
Unser
Gottesdienst findet gewöhnlich Sonntags um 10.30 Uhr in der Ev. Kirche
in Rabenscheid statt.
Abhängig vom Liebenscheider Gottesdienst kann die Anfangszeit des Rabenscheider
Gottesdienstes allerdings auch variieren (dann meist 10.45 Uhr), besondere
Gottesdienste finden um 10.00 Uhr oder abends um 18.00 Uhr, der Osternachtsgottesdienst,
der abwechselnd in Liebenscheid oder Rabenscheid gefeiert wird beginnt um
5.30 Uhr.
Die Liturgie unseres Gottesdienstes ist im Anhang einzusehen.
Gemeindeglieder
beteiligen sich an der Liturgie, der Eingangspsalm wird meist im Wechsel miteinander
gesprochen.
Seit
einem Jahr bemühen wir uns im monatlichen Wechsel einen Familiengottesdienst
und einen Besonderen Gottesdienst" anzubieten.
Der Familiengottesdienst wird von den verschiedenen Gruppen unserer Kirchengemeinde
gestaltet, insbesondere durch die Jungschar und den Kindergottesdienst,
die Besonderen Gottesdienste" werden von Gemeindegliedern aus beiden
Gemeinden gemeinsam vorbereitet und unterscheiden sich durch Liturgie, Thematik,
Lieder, anderer Predigtstil und besondere Dekoration vom normalen"
Gottesdienst.
3.2
Kindergottesdienst
Der
Kindergottesdienst wird von momentan durchschnittlich 20 Kindern im Alter
zwischen 4 und 12 Jahren besucht.
Er findet jeden Sonntag um 13.00 Uhr im Ev. Gemeindehaus in Rabenscheid statt.
Zur Zeit wird er von drei Mitarbeiterinnen gestaltet.
An der Liturgie nehmen alle Kinder gemeinsam teil.
Die Geschichte wird meist in zwei Gruppen erzählt.
Nach der Geschichte setzen sich die Kinder nochmals durch Basteln, Malen oder
Spielen mit der Thematik auseinander.
Circa dreimal im Jahr gestaltet der Kindergottesdienst einen Familiengottesdienst.
3.3
Bibelstunde
Die
Bibelstunde in Rabenscheid wird geleitet vom Herborner Gemeinschaftsverband,
dessen Pfarrer und Prediger im Wechsel die Gruppenstunden betreuen. Auf Einladung
gestaltet auch unser Pfarrer die Bibelstunde.
Wir treffen uns 14-tägig am Montagabend.
Unsere
gemeinsame Stunde läuft wie folgt ab:
Wir beginnen mit einem Lied, lesen anschließend die Tageslosung und
beten.
Darauf folgt dann das Vorlesen und die Auslegung eines Bibeltextes, den der
jeweilige Pfarrer oder Prediger, der diesen Abend leitet, ausgewählt
hat.
Den Abschluss des Abends bildet ein Ausgangslied, das Vaterunser und der Segen.
Wir
sind eine kleine Gruppe von Senior/innen, würden uns aber über jüngere
Menschen in unserem Kreis sehr freuen.
3.4
Jungschar
Wir
treffen uns jeden Dienstag um !7.00Uhr im Gemeindehaus in Rabenscheid, und
haben dann meist eine sehr fröhliche und lustige Stunde vor uns.
Wir sind in der Jungschar mit 3 Mitarbeitern, Eckhard Schmitt, Dominique Haas
und Jasmin Henrich, außerdem gestalten ca. 10 20 Kinder die Jungscharstunde
sehr lebhaft.
Meist, d.h. eigentlich immer beginnen wir jeden Dienstag mit einer kleinen
Andacht oder einer Bibelgeschichte. Danach folgen dann Bibelarbeiten, Spiele
oder die Gestaltung von Familiengottesdiensten. Am Ende Jeder Jungschar, so
gegen 18.00Uhr machen wir einen großen Schlusskreis und singen unser"
Abschlusslied Komm, Herr segne uns".
Jedes Jahr machen wir eine Jungscharfreizeit in der die Kinder viel über
die Bibel erfahren und kennenlernen. Außerdem wird durch die Freizeit
auch der Zusammenhalt in der Gruppe gefestigt!
3.5
Jugendstunde (offenes Gemeindehaus)
Da
Rabenscheid unter einem großen Mangel" an Jugendlichen leidet
(momentan eine Konfirmandin, davor in drei Jahren 6 KonfirmandInnen), findet
eine regelmäßige Jugendstunde momentan nicht statt.
Das Ev. Gemeindehaus allerdings steht den Jugendlichen unserer Gemeinde offen,
so dass Sie den Jugendraum (Kicker, Billardtisch, Luftpolster-Scheibenspiel,
Mini-Stereoanlage, Fernseher und Videorecorder - größtenteils von
den Jugendlichen selbst angeschafft als Freizeitraum benutzen können.
3.6
Vorkonfirmanden
vgl.
Konfirmanden Liebenscheid
3.7
Kirchenchor
In
unserer Kirchengemeinde besteht seit dem 7. Oktober 1929 ein gemischter Kirchenchor.
Es sind die Stimmen Sopran, Alt, Tenor und Bass besetzt.
Die Mitgliederzahl schwankt zwischen 15 und 25 Sängern, wobei der Frauenstimmenanteil
ca. 2/3 ausmacht.
Der Chor probt einmal pro Woche und präsentiert seine Lieder zu folgenden
Feiertagen und Ereignissen:
Weihnachten,
Ostern, Pfingsten, Erntedankfest, Gemeindefest, Seniorenfeiern, Goldhochzeiten,
in ca. Vier normalen" Gottesdiensten
Der
Chor ist im Kirchenchorverband organisiert und verfügt über ein
gutes und umfangreiches Notenarchiv.
Zur Zeit bedrücken uns auf Grund des hohen Altersdurchschnitts und mangelndem
Sängernachwuchses, sowie auch ein fehlender Chorleiter/in, große
Existenzängste.
Wir hoffen jedoch durch einen Generationswechsel den Fortbestand über
den 75. Jubiläumstag hinaus sicher zu stellen.
3.8
Frauenstunde
vgl.
Frauenstunde Liebenscheid
3.9
Konfirmandenstunde
vgl.
Konfirmanden Liebenscheid
3.10
Bibelgesprächskreis
Unser
Bibelgesprächskreis ist eigentlich durch ein sehr trauriges Ereignis
entstanden.
Ich, Anneliese Kaltenbach, wurde während einer Zeltmission von Bekannten
zu einem Bibelgesprächskreis in einen Nachbarort eingeladen. Dieser fand
dort in einem großen Wohnzimmer bei Knabbereien und Getränken statt.
Da ich dort neu hinzugekommen war, stellten sich die einzelnen Personen kurz
vor. Auch ich erzählte anfangs noch ziemlich stockend, warum ich eigentlich
gekommen war. Natürlich wusste ich vorher nicht, was dort passierte.
Musste ich vielleicht vieles aus der Bibel wissen, um mich überhaupt
an diesem Gespräch beteiligen zu können? Nein, musste ich nicht.
Die anderen Menschen hörten mir einfach zu, als ich etwas von mir erzählte.
Sie fragten nach, wenn Sie etwas genauer wissen wollten. Auch die jungen Leuten
nahmen großen Anteil. Sie machten mir eigentlich mehr Mut, als sie überhaupt
ahnten. Ich fühlte mich dort geborgen, und war immer ein wenig mehr getröstet,
als ich nach Hause ging.
Dies erzählte ich natürlich unserem Pfarrer, Herrn Schmitt. Dieser
erklärte sich sofort bereit, auch so eine Veranstaltung ins Leben zu
rufen. So etwas konnte doch auch hier in meinem Wohnzimmer in Rabenscheid
stattfinden. Wir begannen die Idee dann auch schnellstmöglich in die
Tat umzusetzen.
Der
Gesprächskreis findet seit Januar oder Februar 1999 so ca. alle 4-6 Wochen
statt, je nachdem sich dafür ein möglichst geeigneter Termin finden
lässt. Leider reicht unser Wohnzimmer heute noch immer aus, obwohl in
beiden Kirchengemeinden jeweils am Sonntag vorher eine Einladung erfolgt.
Auch in unserem Gemeindebrief findet sich immer ein Hinweis.
Wir beschäftigen uns immer mit einem bestimmten Bibeltext, den unser
Pfarrer vorher schon bekannt gibt. Dann versuchen wir zu verstehen, was dieser
Text heute für uns bedeuten könnte. Wir versuchen auszulegen, wie
wir den Text verstehen sollten, und vor allen Dingen, wie wir ihn im Alltag
auch leben und verwirklichen können.
Da wir ein gemischtes Publikum sind, gibt es natürlich auch die unterschiedlichsten
Meinungen. Die größten Diskussionen gibt es eigentlich darüber,
was der Text uns überhaupt sagen will. Können Sie sich vorstellen,
dass mein Mann und ich uns über die Gäste freuen und immer sehr
gespannt sind, wie der Abend verläuft?
Nach
dem offiziellen Ende des Bibelgesprächs (Dauer so ca. 2 Stunden) sitzen
noch einige der Teilnehmer in lockerer Runde bei Süßigkeiten und
Getränken zusammen. Es finden in kleinen Gruppen Gespräche über
die unterschiedlichsten Themen und Aktivitäten statt.
Einmal im Jahr, so um die Weihnachtszeit, gehen wir alle zusammen anstelle
eines Gesprächsabends in irgendein Lokal der näheren Umgebung gemeinsam
essen. Das ist auch immer sehr lustig, denn es gibt immer irgendetwas zu erzählen
und zu lachen.
3.11
Seniorenarbeit
Im
Laufe eines Jahres finden im Schnitt zwei Seniorennachmittage statt, deren
Anzahl aber in Zusammenarbeit mit den Landfrauen gesteigert werden soll.
Es wird versucht, SeniorInnen ab dem 70. Geburtstag zu besuchen.
Viele SeniorInnen nehmen an den Gottesdiensten unserer Gemeinde, an der Frauenstunde
und dem Bibelgesprächskreis teil.
3.12
Freizeiten
vgl. unter Liebenscheid
3.13
Öffentlichkeitsarbeit
3.13.a Gemeindebrief
Zweimonatig
wird ein 40seitiger (Din A5) Gemeindebrief herausgegeben, der von einem kleinen
Redaktionsteam gestaltet wird, an dem sich aber alle Gemeindeglieder durch
Beiträge beteiligen können.
3.13.b Schaukästen
In
Rabenscheid existiert ein kircheneigener Schaukasten (am Dorfgemeinschaftshaus),
der für Ankündigungen und Einladungen verwendet wird.
3.13.c. Internet
Die
beiden Kirchengemeinden werden im Internet unter der Adresse www.KircheLiebenscheid.de"
präsentiert.
3.13.d. Sonstiges
Bei
dringenden Anlässen, besonderen Veranstaltungen oder kurzfristigen Terminänderungen
werden Informationszettel in jedes Haus getragen.
Besondere Veranstaltungen werden bei Bedarf in der heimischen Presse angekündigt.
4.
Rahmenbedingungen für die Gemeindearbeit
Für
unsere Gemeindearbeit stehen uns die Kirche und ein Gemeindehaus zur Verfügung.
5.
Themen, die anstehen
-
Baumaßnahmen Kirche (neue Heizung) und Gemeindehaus (Erweiterung und
neue Küche)
- Gottesdienste in anderer Form
- Chorarbeit: Wie kann die Weiterführung des Chores gelingen oder ist
ein Neuaufbau mit Kindern und Jugendlichen sinnvoller?
Anhang
Zur
Geschichte der Liebenscheider Kirchengemeinde und ihrer Kirche
Das
spätere Kirchspiel Liebenscheid gehörte bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts
zur Haigerer Kirche, die ein Teil des Bistums Trier war.
Wohl im Jahr 1323 ging Liebenscheid an das Haus Nassau über und wurde
dem Kirchspiel Neukirch zugeordnet.
Erstmals
urkundlich erwähnt wurde Liebenscheid in einer Urkunde vom 18. Juni 1341
und trägt hier die Bezeichnung Lybilscheit, später Lievelscheid,
Lewenschiet.
Entstanden war die Siedlung wahrscheinlich zwischen 1100 und 1300 - und in
dieser Zeit waren die Namen der Siedlungen durch die Gründer bestimmt,
so dass wohl ein Liebold oder Liobold die Siedlung gründete.
Weißenberg
(früher Wießenberg) dürfte zur gleichen Zeit entstanden sein.
In
dieser Zeit wurde das kirchliche Leben durch die vielen Klöster bestimmt,
das mönchische Leben beeindruckte die Einwohner des Westerwaldes und
sie folgten den guten Einflüssen ebenso wie den vielen Verirrungen.
1360
wurden Liebenscheid die Stadtrechte verliehen, es wurde zur Residenzstadt
erhoben und gleichzeitig Sitz eines Zentgerichts, das auch in ganz strafrechtlichen
Fällen Recht sprechen durfte.
Zu einer Stadt gehörten auch die entsprechenden Befestigungen.
Nach 1360 erhielt Liebenscheid eine feste Mauer, die von zwei Türmen
gekrönt war. Vor der Mauer wurde ein Wassergraben ausgehoben, ein Tor
schloss die Stadt.
Darüber beschwerten sich die Neukircher Bürger, da zu dieser Zeit
der Pfarrer, der für die Neukirch mit zuständig war, in der Stadt
Liebenscheid wohnte:
"Es sei ihnen beschwerlich, dass der Liebenscheider Pfarrer in einem
beschlossenen Flecken wohne, denn falls jemand krank würde zu nächtlicher
Zeit, könne man den Pfarrer nicht holen!"
Da damals aber viele Räuberbanden durch den Westerwald zogen, waren diese
Anlagen, wie auch zusätzliche Wachtürme außerhalb, durchaus
nicht überflüssig!
Zudem gab es Fischweiher um Liebenscheid herum, die in Kriegszeiten die Umgebung
der Stadt überfluten konnten.
Wiederholt
war es Residenz der neugebildeten Grafschaft Beilstein-Liebenscheid und einige
Zeit und einige Male sogar Hauptstadt einer völlig selbständigen
Grafschaft kleineren Ausmaßes.
Allerdings: Stadt im eigentlichen Sinne ist Liebenscheid nie geworden, da
die Bewohner weiterhin Bauern blieben. Es erfolgte keine Ansiedlung von Handwerkern
und Kaufleuten.
Für eine gedeihliche Weiterentwicklung fehlte schlicht und ergreifend
die wirtschaftliche Grundlage. So folgte einer kurzen Blütezeit der Verfall
der Stadt.
Bereits 1564 klagte der Dillenburger Rat Dr. Schwarz, der Steinhaufen Liebenscheid
sei zu teuer beim Kurfürsten von Trier eingetauscht worden.
Allerdings verbüßte nach 1570 Jan Rubens, der Vater des später
in Siegen geborenen Malers Peter Paul Rubens einen Teil seiner Kerkerstrafe.
1585 wurde Liebenscheid noch einmal zur Landesfestung ausgebaut und 1607 wurde
der erste Gastwirt in Liebenscheid sesshaft, der auch Zimmer vermietete.
Dann aber begann der Dreißigjährige Krieg und die durchziehenden
Kriegsheere brachten für die Festungsanlagen den endgültigen Niedergang,
die Zerstörung.
1645
war Liebenscheid wieder ein unscheinbares Dorf, "dessen Einwohnern und
späteren Nachkommen nur noch die Erinnerung an eine bedeutende Vergangenheit
blieb!"
1452 veranlasste Graf Heinrich III den Bau einer Kirche in Liebenscheid und
bestellte zu ihrer Verwaltung einen Kaplan.
Die Kapelle wurde, so die Stiftungsurkunde vom 1. Mai 1452, "umb godeswillen,
marien syner lieuer muder und in ern der groißer noithelfer ... Sant
Anthonius, Sant Sebastianus und Sant Joist" gebaut.
Um
1550 dürfte die evangelische Lehre in den Kirchspielen Liebenscheid und
Neukirch, die bis 1570 eine Pfarrei bildeten, eingeführt worden sein
- und zwar unter Arnold Hermanni (lutherische Lehre).
Am
31. August 1563 fand eine kirchliche Visitation statt, bei der der Pfarrer
sich beklagte, dass die Dienste der Gemeindeglieder ihm gegenüber vernachlässigt
wurden, und die Gemeindeglieder gingen unfleißig zur Kirche, oder blieben,
wenn sie kämen, auf dem Kirchhof stehen, oder sie liefen zur Unzeit wieder
aus der Kirche.
Zudem
beschwerte man sich, der Graf von Beilstein habe alles an Inventar aus der
Kirche, was einigen Wert besaß, nach Beilstein geholt und zu seinen
Gunsten verkauft.
Bis
1570 war in den nassauischen Gemeinden des Westerwaldes unumschränkt
das lutherische Bekenntnis in Geltung, um 1579 wurde unter Graf Johann dem
Älteren in allen Landesteilen die reformierte Lehre eingeführt.
Diese hielt sich bis zur Bildung der Union im Jahre 1817.
1570
war Liebenscheid zu einem Filialort der Nachbargemeinde Neukirch degradiert
worden.. Schon vorher war es zu Streitigkeiten zwischen den Pfarrern beider
Orte gekommen. Die Liebenscheider Einkünfte kamen nach der Zusammenlegung
dem Neukircher Pfarrer zugute, dafür mußte er aber sonntäglich
vormittags oder nachmittags eine Predigt halten und auch an jedem Mittwoch,
sei es Winter oder Sommer.
Diese Vereinbarung dauerte 185 Jahre bis 1755 - es kam allerdings zu vielen
Unregelmäßigkeiten.
Bei
einer Visitation aus dem Jahr 1570 hatte die Gemeinde bzgl. der Lehre keine
Beschwerden, machte aber dem Pfarrer den Vorwurf, er könne nicht sparen.
Allerdings: Er sei kein Trinker.
Damals
kam auch die Frage auf, ob man den Armen, die ihre Frucht nicht einzubringen
vermochten an Sonn- und Feiertagen nach der Mittagspredigt helfen solle -
und der Superintendent antwortete: Wer den Armen dienen wolle, der solle es
an Sonntagen nicht tun!
Ab
jetzt wird das Kirchspiel Liebenscheid nicht mehr erwähnt, abgesehen
von der Tatsache, dass es während des Dreißigjährigen Krieges
von Emmerichenhain aus versorgt wurde.
Wie
arm es teilweise zuging zeigt eine Notiz aus dem Jahr 1671 die berichtet,
dass der Pfarrer bei einer Visitation zwar eine Feder hinterm Ohr, aber keine
Tinte im Haus gehabt habe.
Am
15.11.1755 wurde Liebenscheid dann wieder selbständig. Damit allerdings
der Pfarrer bezahlt werden konnte, wurde der Lehrer entlassen und die Schulstelle
samt ihren Einkünften dem Pfarrer zugesprochen.
Das Schulhaus wurde zum Pfarrhaus umgebaut, bereits 1775 wird es als baufällig
bezeichnet, aber die Gemeinde weigert sich, ein neues Pfarrhaus anzuschaffen
und befürwortet einen erneuten Anschluss an die Kirchengemeinde Neukirch,
was auch für zwei Jahre geschah.
Der Neukircher Pfarrer wollte für alle Dienste in Liebenscheid extra
bezahlt werden - und so kaufte man dann doch für einen eigenen Pfarrer
ein Haus ein, das bis 1898 als Pfarrhaus diente, dann wurde "unser"
Haus gebaut!
Die
1452 erbaute Kapelle mußte nach etwa 300 Jahren abgerissen werden und
1765 wurde an der gleichen Stelle die jetzige Kirche erbaut, deren Einweihung
am 21. September 1766 gefeiert wurde.
1836
erhielt die Kirche einen neuen Turm mit einem Kreuz und einem Hahn.
Sylvester 1837 läuteten zum ersten Mal zwei neue Glocken.
Schon 1714 war eine gebrauchte Orgel gekauft worden, die 1881 durch eine neue,
die 1750 Mark gekostet hatte, ersetzt wurde.
Um
1875 hat sich die Kirchengemeinde gespalten - es bildete sich eine freikirchliche
Gemeinde.
1900
erhielt die Kirchengemeinde eine Schwesternstation, die jedoch bereits 1903
wieder aufgelöst wurde.
In
dieser Zeit war Pfarrer Hofmann hier tätig und förderte den Missionsgedanken
- bis heute feiern wir jährlich Missionsfeste mit wechselnden Missionsgesellschaften.
Um
1900 fällt auch die Gründung eines Posaunenchores.
Unter
Pfarrer Hause kam es im März 1909 zu einer Erweckung und zur Gründung
einer kirchlichen Gemeinschaft.
Zu
Beginn des 2. Weltkrieges mußte die zweite Glocke abgeliefert werden.
Im Jahre 1949 wurde eine Haussammlung für eine neue Glocke durchgeführt,
deren Einweihung am 22. Januar 1950 stattfand.
Noch einige Anmerkungen zum Inneren unserer barocken Kirche:
1.
Fischgrätmuster des Fußbodens
Bei
Innenrenovierungsarbeiten im Jahr 1976/77 wurde dieser erwiesenermaßen
älteste Teil Liebenscheids gefunden, ein Teil der Kapelle aus dem Jahr
1452.
Früher unter einer Glasplatte auf Originalhöhe geschützt ausgestellt,
beschlug diese Scheibe immer wieder, so dass es jetzt original hier zu sehen
ist.
2.
Zwei Sarggriffe
Die
massiv schmiedeeisernen Sarggriffe stammen von fünf Bestattungen unter
dem Altar. Die Skelette wurden bei den oben erwähnten Renovierungsarbeiten
im Jahr 1976/77 freigelegt, sie sind in Richtung Jerusalem (Osten) bestattet
und liegen weiterhin dort unten.
3.
Beschädigungen der tragenden Säulen
An
einigen Säulen sind Beschädigungen festzustellen, die aller Wahrscheinlichkeit
nach Spuren von französischen Säbelhieben darstellen (mündliche
Traditionen behaupten allerdings weiterhin, es seien Kosaken gewesen!).
Dazu
eine Eintragung aus dem Pfarregister der Nachbargemeinde Neukirch vom 29.
Juli 1800:
"Bei mehrmaligem Vorrücken und Rückzug der Franzosen durch
die hiesige Gegend in den Jahren 1796 ff wurden jedesmal die Dörfer ausgeplündert
und die Einwohner auf vielfache Art und Weise misshandelt.
Dieses traurige Schicksal erfuhr das Dorf Neukirch mehrmals.
Am 4. Juli 1796 wurde nicht nur die hiesige Kirchspielskirche innwendig gänzlich
zerstört und das Inventar und Holzwerk verbrannt, sondern zugleich das
hiesige Pfarrhaus zum zweitenmal ausgeplündert.
Der damalige Prediger, Herr Johann Wilhelm Bartmann, wurde bis auf Hemd und
Hose (gemeint ist die Unterwäsche) ausgezogen - die er noch mit Mühe
rettete - und mußte sich so halbnackt, ohne Oberkleider, Strümpfe
und Schuhe, verfolgt von einigen Franzosen - nach Liebenscheid flüchten."
Liebenscheid
hatte in dieser Beziehung mehr Glück, da das Dorf etwas abseits von der
alten Handels- und Herrstraße (Bundesstraße 414) gelegen ist.
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